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    19.06.2019

    Zur Aufteilung von Vorsteuerbeträgen bei einem gemischt genutzten Gebäude nach dem sog. Flächenschlüssel

    Mit Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf (FG) vom 20.07.2018 (Az. 1 K 2798/16 U) ist ein Rechtsstreit über die Aufteilung von Vorsteuerbeträgen bei einem gemischt genutzten Gebäude nach über zehn Jahren endgültig beendet worden.

    Im Urteilsfall war die Frage zu klären, ob die Aufteilung der Vorsteuer nach dem Verhältnis der steuerpflichtigen zu den steuerfreien Ausgangsumsätzen (objektbezogenen Umsatzschlüssel) zulässig ist. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass die Vorsteuer nach dem Flächenschlüssel aufzuteilen sei. Das führte zur Reduzierung des Vorsteuerabzuges und zur Klage der Steuerpflichtigen.

    Im Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) hatte dieser mit Urteil vom 10.08.2016 (Az. XI R 31/09) entschieden, dass bei der Herstellung eines gemischt genutzten Gebäudes für den Vorsteuerabzug der Flächenschlüssel regelmäßig eine präzisere Aufteilung der Vorsteuer als der Umsatzschlüssel ermögliche. Grundlage für die Entscheidung des BFH im Jahr 2016 war eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 09.06.2014 (Az. Rs. C-332/14). Eine mögliche Ausnahme sah der BFH nur gegeben, wenn die Ausstattungsmerkmale der Nutzflächen nicht vergleichbar wären, bspw. Höhe der Räume, Dicke der Wände und Decken, Innenausstattung.

    Das FG führte in seinem jetzigen Urteil aus, dass die Vorsteuer nach dem Flächenschlüssel aufzuteilen sei. Im Streitfall könne trotz der Unterschiede in Bauart und Ausstattung nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Herstellungskosten des Gebäudes nicht mehr annähernd gleichmäßig auf die Nutzflächen des Gebäudes verteilen würden. Angesichts der Vielzahl der Unterschiede in der Bauausführung, die teils zu höheren und teils zu niedrigeren Herstellungskosten geführt hätten, ließe sich nicht ermitteln, ob die Ausstattung der steuerpflichtig vermieteten Ladenlokale in einem solchen Maße von der Ausstattung der steuerfrei vermieteten Wohnungen abweiche, dass die Nutzflächen nicht mehr vergleichbar und die Aufteilung nach Flächen nicht mehr sachgerecht sei.

    Die Entscheidung ist rechtskräftig.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

     

     

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