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    21.09.2017

    Wiesnbrezn auf dem Oktoberfest steuerbegünstigt

    Verkauft ein Brezelverkäufer auf dem Oktoberfest in Festzelten „Wiesnbrezn“ an die Gäste des personenverschiedenen Festzeltbetreibers, ist der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7% für Lebensmittel anzuwenden. Der Bundesfinanzhof (BFH) wies mit Urteil vom 3. August 2017 (V R 15/17) die Rechtsauffassung der Finanzverwaltung zurück, die im Verkauf der Brezeln einen restaurantähnlichen Umsatz gesehen hatte und Umsatzsteuer in Höhe von 19% geltend machte.

    Im Streitfall pachtete die Steuerpflichtige während des Oktoberfestes Verkaufsstände in mehreren Festzelten an. Die von ihr beschäftigten Verkäufer gingen durch die Reihen des Festzelts und verkauften die Brezeln an die an Bierzelttischen sitzenden Gäste des Festzeltbetreibers. Das Finanzamt (FA) sah hierin umsatzsteuerrechtlich eine sog. sonstige Leistung, die dem Steuersatz von 19% unterliege. Dabei stufte das FA den Verkauf von Brezeln als Dienstleistung ein und sah eine einheitliche Leistung mit der bereitgestellten Infrastruktur, bestehend aus Zelt mit Biertischgarnituren und Musik. Die Klage gegen das FA blieb vor dem Finanzgericht ohne Erfolg. Der BFH hatte die Revision der Steuerpflichtigen zu entscheiden.

    Der BFH hob das Urteil der Vorinstanz auf und gab der Steuerpflichtigen Recht. Danach führt der Verkauf der Brezeln umsatzsteuerrechtlich zu einer Lieferung der Backwaren. Diese unterliegt dem ermäßigten Steuersatz von 7%. Die Ausstattung der Festzelte dient den Gastronomieumsätzen des Festzeltbetreibers. Es sei nach der Realität nicht davon auszugehen, dass Personen ausschließlich zum Verzehr von Brezeln ein Bierzelt aufsuchen würden.

    Bei Fragen in diesem Zusammenhang beraten wir Sie gerne.

     

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