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    08.01.2020

    Vorsteuerabzug aus Umzugskosten

    Beauftragt ein Unternehmen einen Makler mit der Wohnungssuche für Mitarbeiter, kann das Unternehmen hierfür den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 06.06.2019 (Az.: V R 18/18) entschieden.

    Klägerin war eine Gesellschaft, die einem international tätigen Konzern angehörte. Aufgrund einer konzerninternen Funktionsverlagerung wurden im Ausland tätige Mitarbeiter an den Standort der Klägerin in Deutschland versetzt. Den Mitarbeitern wurde zugesagt, die Umzugskosten zu übernehmen. Insbesondere sollten sie bei der Suche nach einer Wohnung unterstützt werden. Dementsprechend zahlte die Gesellschaft für die Mitarbeiter, die zu ihr wechselten und umzogen, auch Maklerprovisionen. Das Finanzamt ging davon aus, dass die Kostenübernahme arbeitsvertraglich vereinbart gewesen sei, weshalb es sich um einen tauschähnlichen Umsatz gehandelt habe. Bemessungsgrundlage sei der gemeine Wert der Gegenleistung.

    Mit seinem Urteil bestätigte der BFH die Entscheidung der Vorinstanz. Im Streitfall liege kein tauschähnlicher Umsatz zwischen der Gesellschaft und den versetzten Arbeitnehmern vor. Durch die Übernahme der Umzugskosten wurden überhaupt erst die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Arbeitsleistungen erbracht werden konnten. Zudem habe die Höhe der übernommenen Umzugskosten die Höhe des Gehalts nicht beeinflusst.

    Eine Entnahme verneinte der BFH, da von einem vorrangigen Interesse der Gesellschaft auszugehen sei, erfahrene Mitarbeiter des Konzerns unabhängig von deren bisherigem Wohnort für den Aufbau der Klägerin als neuem Konzerndienstleister an ihren Unternehmensstandort zu holen.

    Schließlich bejahte der BFH auch den Vorsteuerabzug der Gesellschaft entsprechend ihrer steuerpflichtigen Unternehmenstätigkeit. Maßgeblich war hierfür wiederum ein vorrangiges Unternehmensinteresse, hinter dem das Arbeitnehmerinteresse an der Begründung eines neuen Familienwohnorts zurücktrat. Ob ebenso bei Inlandsumzügen zu entscheiden ist, hatte der BFH im Streitfall nicht zu entscheiden.

     

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