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    News

    21.08.2018

    Vermietung des Home-Office an den Arbeitgeber

    Arbeitnehmer und Arbeitgeber suchen oft gemeinsam nach Möglichkeiten, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge zu sparen und so für den Arbeitnehmer ein höheres Nettogehalt zu erzielen, ohne den Bruttolohn zu erhöhen.

    So können neben dem Dienstverhältnis zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber gesonderte Rechtsbeziehungen bestehen, die zu lohnsteuer- und sozialversicherungsfreien Zahlungen an die Arbeitnehmer führen können.

    Sofern es die tatsächlichen Verhältnisse erlauben, kann beispielsweise in Fällen, in denen  Mitarbeiter ein Homeoffice nutzen, dieses Büro an den Arbeitgeber vermietet werden. Das Entgelt hierfür kann entweder zusätzlich zum Gehalt oder im Wege einer Gehaltsumwandlung gezahlt werden, wichtig ist in jedem Fall die vorherige, sorgfältige vertragliche Regelung. Das Entgelt stellt dann beim Arbeitnehmer Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung dar, wenn die Anmietung im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegt.

    Wenn die Anmietung im vorrangigen Interesse des Arbeitgebers erfolgt, stellt das Entgelt, das der Arbeitnehmer für die Vermietungsleistung erhält, somit keinen lohnsteuer- und sozialversicherungspflichten Arbeitslohn dar. Im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung  muss er die Einnahmen unter Abzug der darauf entfallenden Werbungskosten als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erklären und schließlich mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern.

    Prinzipiell hat der Arbeitnehmer im Zusammenhang mit diesen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung darauf einen unbegrenzten Werbungskostenabzug; es kann somit durchaus in einzelnen Veranlagungszeiträumen zu Verlusten kommen. Insgesamt ist jedoch auch in diesen Fällen zu beachten, dass die gesamte objektbezogene Prognose die von der Finanzverwaltung geforderte Überschusserzielungsabsicht belegt.

    Kann die Überschusserzielungsabsicht nicht belegt werden, kann der Werbungskostenabzug versagt werden. Dies geht aus einem am 20. August 2018 veröffentlichen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) hervor (BFH, Urteil v. 17.04.2018 – IX R 9/17).

    Eine sorgfältige vorherige Planung und Prognoserechnung ist bei solchen Fallgestaltungen zur Vermeidung steuerlicher Nachteile von erheblicher Bedeutung, zumal die Mietverträge meist an – befristete oder unbefristete – Anstellungsverträge gekoppelt sind.

     

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