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    14.06.2019

    Swapzinsen führen nach Ablösung der Immobiliendarlehen nicht zu nachträglichen Werbungskosten

    Das Finanzgericht Münster (FG) hat mit Urteil vom 20. Februar 2019 (Az. 7 K 1746/16 F) entschieden, dass Zinsausgleichszahlungen aufgrund von Swapvereinbarungen nicht als nachträgliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anzuerkennen sind, wenn das Mietobjekt veräußert und das Immobiliendarlehen abgelöst wurde.

    Grundsätzlich können nachträgliche Schuldzinsen, auch nach Veräußerung einer Immobilie, als Werbungskosten zu berücksichtigen sein, wenn und soweit das Darlehen durch den Veräußerungserlös nicht vollständig getilgt werden konnte. Ferner muss ein wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang zwischen der verkauften Immobilie und dem Restdarlehen bestanden haben.

    Im Urteilsfall schloss eine GbR zunächst unabhängig von einem konkreten Projekt ein Zinsswapgeschäft ab. Mit einem Swapgeschäft können Darlehen gegen Zinsschwankungen abgesichert werden. Dazu werden Geldbeträge in Abhängigkeit von einem Referenzzinssatz geleistet.

    Später finanzierte die GbR ein Bauprojekt mit Darlehen und sicherte mögliche Zinsschwankungen durch die Swapvereinbarungen ab. Nach Fertigstellung vermietete die GbR zunächst das Objekt. Später veräußerte sie die Immobilie. Aus dem Veräußerungserlös tilgte sie die Darlehen. Die Swapzinsen, die in den beiden auf die Veräußerung folgenden Jahren anfielen, erklärte die GbR als nachträgliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung. Das Finanzamt (FA) lehnte den Werbungskostenabzug ab.

    Hiergegen klagte die GbR vor dem FG und verlor. Das FG begründet seine Entscheidung damit, dass im Streitfall eine fortbestehende inhaltliche Verknüpfung zwischen Immobilienfinanzierung einerseits und Swapgeschäft andererseits nicht vorliege. Die Swapvereinbarungen hätten keinen Hinweis auf das von der Klägerin geplante Objekt enthalten. Mit der Ablösung der Darlehen sei außerdem die Voraussetzung weggefallen, die Zinsausgleichszahlungen im Rahmen eines einheitlichen Finanzierungskonzeptes als Werbungskosten zu berücksichtigen.

    Das FG hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

     

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