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    News

    08.02.2017

    Steuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen

    Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat mit Schreiben vom 7. Dezember 2016 Fragen der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vom Sommer 2016 zur lohnsteuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen beantwortet.

    Es stellte sich die Frage, ob bei der Ermittlung der anteiligen Aufwendungen je teilnehmenden Arbeitnehmer auf die tatsächlich anwesenden Teilnehmer an der Betriebsveranstaltung oder auf die angemeldeten Teilnehmer abzustellen ist.

    Hierbei vertritt das BMF die Auffassung, dass die Aufwendungen auf die tatsächlich anwesenden Teilnehmer aufzuteilen sind. Eine Ermittlung des Freibetrags nach der Zahl der angemeldeten Teilnehmer ist somit nicht zulässig.

    Geschenke, die „anlässlich“ der Betriebsveranstaltung an den Arbeitnehmer überreicht werden, sind im Rahmen der 110 € steuerfrei. Geschenke die nur „bei Gelegenheit“ der Veranstaltung übergeben werden, sind dagegen nicht begünstigt. Es ist daher im Einzelfall zu prüfen,  ob Geschenke „anlässlich“ oder nur „bei Gelegenheit“ einer Betriebsveranstaltung zugewendet werden.

    Das BMF stellt außerdem klar, dass vom Arbeitgeber übernommene Reisekosten zur Veranstaltung bei Selbstorganisation der Arbeitnehmer nur im Rahmen von Auswärtstätigkeiten steuerfrei bleiben können. Über das Reisemanagementsystem des Arbeitgebers gebuchte und von ihm bezahlte Anreisen sind dagegen in die Prüfung des 110-Euro Freibetrags einzubeziehen.

    Bei der Teilnahme von Konzernmitarbeitern und Zeitarbeitern an Betriebsveranstaltungen ist zu beachten, dass die lohnsteuerliche Betrachtung von der ertragsteuerlichen abweicht. Lohnsteuerlich darf der 110 € Freibetrag angewendet werden, ertragsteuerlich sind die Aufwendungen jedoch wie außerhalb einer Betriebsveranstaltung als Bewirtung oder Geschenk zu behandeln und unterliegen damit nicht dem vollen Betriebsausgabenabzug.

    Schließlich war zu klären, ob für Jubilarfeiern, an denen mehrere Jubilare teilnehmen, eine zusätzliche Begünstigung gewährt werden kann oder ob sie zu den zwei Veranstaltungen pro Jahr zählen, für die für den betroffenen Personenkreis der Freibetrag genutzt werden kann. Hier vertritt das BMF die Auffassung, dass solche Veranstaltungen in die Ermittlung der beiden begünstigten Betriebsveranstaltungen einbezogen werden muss.

    Der Umgang mit den steuerlichen Folgen von Betriebsveranstaltungen hinsichtlich Bemessungsgrundlage, Teilnehmerkreis, Begünstigungen und Geschenken bleibt – trotz der vorliegenden Klarstellungen – komplex und arbeitsaufwendig.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

    Ihre Ansprechpartnerin:

    StBin Birgit Graf

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