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    30.09.2016

    Schönheitsreparaturen können zu anschaffungsnahen Aufwendungen führen

    Der Bundesfinanzhof (BFH) hat drei Urteile (IX R 25/14, IX R 15/15 und IX R 22/15) zur Abgrenzung von anschaffungsnahen Aufwendungen gefällt. Neu bei den Urteilen ist, dass der BFH zu den anschaffungsnahen Aufwendungen nunmehr auch reine Schönheitsreparaturen zählt.

    Folge: Übersteigt die Gesamtsumme der innerhalb von drei Jahren angefallenen Kosten für Renovierung und Sanierung den Wert von 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes, müssen alle Kosten nach den AfA-Regelungen abgeschrieben werden. Ein sofortiger Werbungskostenabzug scheidet aus.

    In den Streitfällen hatten die Kläger Immobilien erworben und zeitnah zur Anschaffung umgestaltet, renoviert und instandgesetzt, um sie anschließend zu vermieten. Dabei wurden z.B. Wände eingezogen, Bäder erneuert, Fenster ausgetauscht und energetische Verbesserungsmaßnahmen sowie Schönheitsreparaturen durchgeführt.

    Da die Nettokosten der Renovierungen 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes überstiegen, ging das Finanzamt gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG von anschaffungsnahen Aufwendungen und damit von Herstellungskosten aus.

    Die Steuerpflichtigen klagten vor dem Finanzgericht gegen diese Vorgehensweise des Finanzamts und machten geltend, dass zumindest die Aufwendungen für reine Schönheitsreparaturen (wie etwa für das Tapezieren und das Streichen von Wänden, Böden, Heizkörpern, Innen- und Außentüren sowie der Fenster) nicht unter den Begriff der „Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen“ fallen könnten. Die Kosten dürften deshalb als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sofort und in voller Höhe abgezogen werden.

    Dem widerspricht der BFH in seinen neuen Urteilen. Danach gehören auch reine Schönheitsreparaturen sowie Maßnahmen, die das Gebäude erst vermietbar machen oder die es über den ursprünglichen Zustand hinaus wesentlich verbessern zu den „Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen“ i.S. des § 6 Abs. 1 Nr. 1a Satz 1 EStG. Dies begründet der BFH mit dem vom Gesetzgeber mit der Regelung verfolgten Zweck, aus Gründen der Rechtsvereinfachung und Rechtssicherheit eine typisierende Regelung zu schaffen.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

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