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    24.03.2016

    Nichteinladung eines schwerbehinderten Bewerbers kein zwingendes Indiz für eine Benachteiligung

    Öffentliche Arbeitgeber müssen schwerbehinderte Arbeitnehmer grundsätzlich zu einem Bewerbungsgespräch einladen. Unterlassen sie dies, wird eine Benachteiligung nach § 22 AGG wegen der Behinderung vermutet, was zu einem Entschädigungsanspruch führt.

    Das Arbeitsgericht Karlsruhe hat in einer neuen Entscheidung vom 26.01.2016, 2 Ca 425/16 entschieden, dass dies bei einer wiederholten Bewerbung eines schwerbehinderten Arbeitnehmers auf die gleiche Stelle nicht gilt.

    In dem zu entscheidenden Fall hatte sich der Kläger innerhalb weniger Wochen auf mehrere Stellen mit dem gleichen Anforderungsprofil beworben. Die Bewerbungen wurden hierbei jeweils von dem gleichen Mitarbeiter beim Arbeitgeber bearbeitet. Aufgrund der ersten Bewerbung wurde der Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und erhielt nach diesem Gespräch eine Absage. Nach der zweiten Bewerbung wurde der Bewerber nicht erneut eingeladen, sondern erhielt unmittelbar eine Absage.

    Das Arbeitsgericht Karlsruhe hat wegen des engen zeitlichen Zusammenhangs der Bewerbungen, der Bearbeitung durch den selben Mitarbeiter und der Gleichartigkeit des Anforderungsprofils eine Nachwirkung der Chanceneröffnung durch das bereits geführte erste Bewerbungsgespräch angenommen und damit einen Anspruch auf Entschädigung nach dem AGG abgelehnt.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

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