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    News

    03.02.2017

    Neues zur Bilanzierung von Pensionszusagen

    Zur Bilanzierung von Pensionszusagen und zu Fragestellungen damit verbundener etwaiger verdeckter Gewinnausschüttungen (vGA) hat der Bundesfinanzhof (BFH) in den Jahren 2012 und 2013 in mehreren Entscheidungen Stellung genommen.

    Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat dies zum Anlass genommen, seine bisherigen Rechtsauffassungen durch ein neues BMF-Schreiben vom 9. Dezember 2016 anzupassen.

    Das BMF-Schreiben enthält einige wichtige Änderungen, die für die Praxis von erheblicher Bedeutung sind.

    So stellt das BMF klar, dass bei der bilanzsteuerrechtlichen Bewertung von Pensionszusagen grundsätzlich das in der Versorgungszusage festgeschriebene Pensionsalter maßgeblich ist.

    Einige Zusagen enthalten hinsichtlich des Eintrittsalters die Formulierung  „Eintrittsalter 65“; dies kann zu unterschiedlicher Betrachtung im Arbeitsrecht – und damit im Handelsrecht – und im Bilanzsteuerrecht führen. Möglicherweise sind damit steuerliche Nachteile verbunden.

    Bei betroffenen Zusagen sollte daher das Renteneintrittsalter klargestellt werden. Eine solche Klarstellung muss schriftlich bis Ende 2017 erfolgen. Nach Ablauf dieser Übergangsfrist können Zusagen nicht mehr wirksam geändert werden, was zu gewinnerhöhenden Auflösungen der Pensionsrückstellung in der Steuerbilanz führen kann.

    Auch Zusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer sollten hinsichtlich der Vereinbarungen zum Pensionseintrittsalter genau überprüft werden. Etwaige Wahlrechte zu Bewertungsänderungen, die sich aus dem BMF-Schreiben ergeben, können bis zum Bilanzstichtag des auf den 9. Dezember 2016 folgenden Wirtschaftsjahres ausgeübt werden.

    Bei Neuzusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer und an beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer ab dem 10. Dezember 2016 ist zudem genau auf die vertraglich vereinbarte Altersgrenze zu achten; hier wurden neue – höhere – Mindestpensionsalter für die steuerlich Anerkennung festgelegt.

    Auch Altzusagen sollten hinsichtlich ihres Mindestpensionsalters überprüft werden. Liegt es unter den bis zum 9. Dezember 2016 gültigen Grenzen, muss es bis spätestens 31. Dezember 2017 vertraglich erhöht werden.

    Die grundsätzlichen Anforderungen an die steuerliche Anerkennung einer Pensionszusage hinsichtlich des vereinbarten Pensionsalters sind somit durch das neue BMF-Schreiben deutlich verschärft worden. Möglicherweise besteht bei Altzusagen Handlungsbedarf, Neuzusagen sollten sorgfältig formuliert werden, um steuerliche Nachteile zu vermeiden.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

    Ihre Ansprechpartnerin:

    StBin Birgit Graf

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