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    03.02.2016

    Neuer Basiszins für das vereinfachte Ertragswertverfahren festgelegt

    Weiterhin überhöhte Unternehmenswerte im Rahmen (erbschafts-)steuerlicher Bewertungsanlässe zu erwarten!

    Mit Schreiben vom 4. Januar 2016 hat das Bundesfinanzministerium den Basiszins für Unternehmensbewertungen, die mit dem vereinfachten Ertragswertverfahren (§ 199 ff. BewG) durchgeführt werden, für das Jahr 2016 auf 1,10 % festgelegt.

    Der Kapitalisierungszinssatz nach den zugrundeliegenden Regelungen des Bewertungsgesetzes beträgt somit 5,60 % (1,10 % + 4,50 %). Daraus ergibt sich ein Kapitalisierungsfaktor (Multiplikator des bereinigten durchschnittlichen Jahresergebnisses der vergangenen drei Geschäftsjahre) von 17,86. Dies bedeutet nur eine geringe Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2015 lag der Kapitalisierungsfaktor bei 18,21, was in einschlägigen Publikationen als deutlich zu hoch qualifiziert wurde.

    Während das vereinfachte Ertragswertverfahren zumindest wenige Parameter (z.B. den angemessenen Unternehmerlohn) beinhaltet, die es – ihre Kenntnis vorausgesetzt –dem Bewerter erlauben, unternehmensindividuelle Aspekte in die Wertermittlung einzubeziehen, gibt es in der alternativ möglichen Wertermittlung nach dem Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW S1) eine Vielzahl von Parametern, die den Unternehmenswert beeinflussen. Die zukunftsorientierte Bewertungsmethodik des IDW S1 erlaubt eine unternehmensspezifische Betrachtung des zu bewertenden Unternehmens und seiner Besonderheiten einschließlich einer risikoadäquaten Kapitalisierung.

    Ist der gemeine Wert eines Unternehmens zu ermitteln, führt die vereinfachende steuerliche Bewertungsmethode – nicht zuletzt aufgrund des hohen Kapitalisierungsfaktors – zu im Regelfall deutlich höheren Unternehmenswerten.

    Die Finanzverwaltung erkennt beide Methoden zur Bewertung für steuerliche Zwecke an. Daher ist im Einzelfall die indikative Überprüfung empfehlenswert, ob eine Bewertung nach IDW S 1 im Vergleich zur Bewertung nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren erfolgsversprechender sein kann.

    Nicht selten ergibt sich bei Anwendung des IDW S 1 gegenüber dem vereinfachten Ertragswertverfahren eine niedrigere steuerliche Bemessungsgrundlage, welche die Kosten des zusätzlichen Aufwands aus dem komplexeren Bewertungsansatz leicht rechtfertigt.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

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