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    28.02.2018

    Lohnsteuer-Vorteile durch das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr

    Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat am 27. Februar 2018 nach jahrelangem Streit entschieden, dass Kommunen Straßen oder Gebiete für Dieselautos sperren dürfen, also quasi Fahrverbote aussprechen dürfen. Die gesetzlichen Vorgaben zur Luftreinhaltung müssen eingehalten werden, daher denken einige Kommunen ernsthaft über solche Fahrverbote nach oder sehen sich möglicherweise sogar dazu gezwungen. Nun werden Elektroautos als abgasfreie Alternative wieder stärker in den Fokus gerückt.

    In dem Zusammenhang möchten wir an die Lohnsteuer-Vorteile für Besitzer von Elektrofahrzeugen erinnern, die seit 2017 durch das am 16. November 2016 in Kraft getretene Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr gelten.

    Das Gesetz soll mit mehreren Maßnahmen dazu beitragen, den Absatz von Elektroautos in den nächsten Jahren kräftig zu steigern. Ein Aspekt ist die lohnsteuerliche Förderung, die vor allem bei der Schaffung neuer Ladestellen sowie beim Strombezug ansetzt.

    Das kostenlose oder verbilligte Aufladen von Elektro- bzw. Hybridelektrofahrzeugen im Betrieb des Arbeitgebers löste bis zum 31. Dezember 2016 einen lohnsteuerpflichtigen Sachbezug aus. Mit dem Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr wurde eine neue Steuerbefreiungsvorschrift geschaffen (§ 3 Nr. 46 EStG). Dadurch sind seit 2017 vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische Aufladen folgender Fahrzeuge des Mitarbeiters an im Betrieb des Arbeitgebers ortsfest installierten Ladestationen steuerbefreit:

     

    Die Steuerbefreiung umfasst auch das Betanken des vom Arbeitgeber überlassenen Firmenwagens. Bei der 1%-Regelung ist der vom Arbeitgeber gestellte Ladestrom ohnehin durch den Ansatz des pauschalen Nutzungswerts abgegolten. Durch die ausdrückliche Steuerbefreiung werden jedoch auch Firmenwagen bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode in die Steuerbefreiung einbezogen.

    In den Begriff „im Betrieb des Arbeitgebers“ sind ausdrücklich auch verbundene Unternehmen einbezogen.

    Erstattet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer selbst getragene Stromkosten für einen Elektro-Dienstwagen, handelt es sich um steuerfreien Auslagenersatz. Aus Vereinfachungsgründen lässt die Finanzverwaltung ab 2017 zu, dass die Stromkosten für das private Aufladen des Dienstwagens auch pauschal ohne Einzelnachweis erstattet werden können.

    Steuerfrei ist ebenfalls die zeitweise Überlassung betrieblicher Ladevorrichtungen für private Zwecke, z. B. wenn eine betriebliche Ladevorrichtung vorübergehend beim Arbeitnehmer installiert wird, aber nicht übereignet wird.

    Die private Anschaffung von entsprechenden Ladevorrichtungen fördert der Gesetzgeber dennoch. Es wurde dafür eine neue Pauschalierungsvorschrift eingeführt, die es ermöglicht, den geldwerten Vorteil aus der Übereignung der Ladevorrichtung mit einem festen Pauschalsteuersatz von 25 % (§ 40 Abs. 2 Nr. 6 EStG) zu versteuern. Der geldwerte Vorteil kann damit auch sozialversicherungsfrei bleiben.

    Die Pauschalierungsmöglichkeit  25 % gilt auch für Zuschüsse des Arbeitgebers, die für den Erwerb und die Nutzung (Wartung und Betrieb, nicht der Strombezug) einer Ladevorrichtung durch den Arbeitnehmer gezahlt werden.

    Die Erstattung von Stromkosten für steuerfrei zur Verfügung gestellte Ladestationen und pauschalbesteuert bezuschusste private Ladestationen für private Elektrofahrzeuge fällt ausdrücklich nicht unter die Befreiungsvorschrift. Solche Zuschüsse stellen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.

    Voraussetzung für die Gewährung der vorgenannten Steuervorteile ist, dass der geldwerte Vorteil jeweils zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird.

    Die Regelungen gelten zunächst befristet im Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020.

    Wir helfen Ihnen gerne weiter. Sprechen Sie uns an!

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