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    03.12.2018

    Keine gewerbesteuerliche Hinzurechnung von aktivierten Mietzahlungen

    Das Finanzgericht Münster (FG) hat mit Urteil vom 20. Juli 2018 (Az. 4 K 493/17 G) entschieden, dass Miet- und Pachtzinsen nicht gemäß § 8 Nr. 1d GewStG dem Gewerbeertrag hinzuzurechnen sind, wenn sie in einen Aktivposten „unfertige Erzeugnisse“ einbezogen wurden.

    Die Klägerin betreibt ein Bauunternehmen. Sie zahlte Mieten, Pachten und Leasingraten für auf Baustellen eingesetzte Maschinen und Fahrzeuge. Aufwendungen für Baustellen, die am Ende des Wirtschaftsjahres nicht fertig gestellt waren, wurden in der Bilanz der Klägerin als „unfertige Erzeugnisse“ aktiviert. In die aktivierte Position wurden die anteiligen Mietzahlungen einbezogen. Bei der Berechnung des Gewerbeertrags nahm die Klägerin sodann keine gewerbesteuerliche Hinzurechnung für die aktivierten Positionen vor. Das Finanzamt war demgegenüber der Auffassung, dass es auf die Aktivierung nicht ankomme und rechnete die vollen Beträge hinzu.

    Das FG gab der Klage in vollem Umfang statt. Der Hinzurechnung könnten nur Beträge unterliegen, die den Gewinn zuvor gemindert hätten. Bei einer Aktivierung als Herstellungskosten im Rahmen des Postens „unfertige Erzeugnisse“ liegt keine Gewinnminderung vor. Maßgeblich sei dabei die Erfassung am Bilanzstichtag und nicht die unterjährige buchhalterische Behandlung als Aufwand.

    Der spätere Buchwertabgang des Postens „unfertige Erzeugnisse“ führe ebenfalls nicht zu einer Hinzurechnung, da dieser kein Entgelt für die Überlassung von Miet-, Pacht- oder Leasinggegenständen darstelle. Diese Auslegung, so das FG, ergebe sich aus der gesetzlichen Anknüpfung des Gewerbesteuerrechts an die steuerbilanziellen Regelungen.

    Das unterlegene Finanzamt hat beim Bundesfinanzhof Revision eingelegt (Az. IV R 31/18).

     

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