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    08.12.2016

    Erneuerung Einbauküche: Aufwendungen nicht sofort abziehbar

    Unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung  hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 3. August 2016 IX R 14/15 entschieden, dass die Aufwendungen für die komplette Erneuerung einer Einbauküche (Spüle, Herd, Einbaumöbel und Elektrogeräte) in einem vermieteten Immobilienobjekt nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar sind; sie müssen vielmehr über einen Zeitraum von zehn Jahren im Wege der Absetzungen für Abnutzung (AfA) abgeschrieben werden.

    Im Streitfall hatte das Finanzamt den Ansatz als Erhaltungsaufwand für Einbauküchen, die der Kläger in mehreren ihm gehörenden Mietobjekten entfernen und durch neue ersetzen ließ, verneint. Es ließ lediglich die Kosten für den Einbau von Herd und Spüle sowie für solche Elektrogeräte, deren Gesamtkosten die Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (410 €) nicht überstiegen, zum sofortigen Abzug zu; die Aufwendungen für die Einbaumöbel verteilte das FA auf die voraussichtliche Nutzungsdauer von zehn Jahren. Das Finanzgericht FG Kiel wies in seinem Urteil vom 28. Januar 2015 die hiergegen gerichtete Klage als unbegründet ab, der Kläger legte hiergegen Revision ein.

    Die Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung und die Neubeurteilung des Sachverhalts begründet der BFH maßgeblich mit einem geänderten Verständnis zum Begriff der „wesentlichen Bestandteile“ bei Wohngebäuden. Zu den „wesentlichen Bestandteilen“ gehören die Gegenstände, ohne die das Wohngebäude „unfertig“ ist. Der BFH vertrat bislang die Auffassung, dass die in einer Einbauküche verbaute Spüle als Gebäudebestandteil anzusehen ist und dass dies möglicherweise auch für den Herd gilt. Nach dieser Sichtweise waren somit Aufwendungen für die Erneuerung dieser Gegenstände als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar.

    Von dieser Auffassung hat der BFH mit seiner neuen Entscheidung Abstand genommen. Er geht nunmehr davon aus, dass (Einbau-) Spüle und Herd keine unselbständigen Gebäudebestandteile mehr sind. Der BFH begründet dies mit der geänderten Ausstattungspraxis, nach der die einzelnen Elemente einer Einbauküche ein eigenständiges und zudem einheitliches Wirtschaftsgut mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren sind. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sind daher nur im Wege der AfA steuerlich zu berücksichtigen.

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    StBin Birgit Graf

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