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    18.03.2016

    „Deutsch als Muttersprache“ in einer Stellenanzeige

    Nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts Hessen ist die Anforderung „Deutsch als Muttersprache“ in einer Stellenanzeige ein Indiz für eine unmittelbare und nicht gerechtfertigte Diskriminierung eines abgelehnten Bewerbers wegen seiner Herkunft.

    In einer Stellenanzeige, die von einer „Studentenvermittlung“ für einen Verlag aufgegeben wurde, suchte diese eine Bürohilfe für die Unterstützung eines Redakteurs beim Verfassen eines Buches mit dieser Qualifikation.

    Auf die Stellenanzeige bewarb sich ein gebürtiger Ukrainer, dessen Muttersprache russisch ist. In seiner Bewerbung hatte er angegeben, als Fremdsprache fließend deutsch zu sprechen. Die Bewerbung wurde von dem beklagten Verlag nicht berücksichtigt und die Stelle wurde an einen anderen Bewerber vergeben.

    Das LAG Hessen hält dies für eine nach dem AGG unzulässige Diskriminierung und hat dem Kläger eine Entschädigung zugesprochen. Bei der Stellenausschreibung habe die Beklagte sämtliche Bewerber ausgeschlossen, die nicht in ihrer Kindheit ohne formalen Unterricht Deutsch gelernt hatten. Dies geschehe unabhängig davon, ob und auf welchem Niveau die Bewerber die deutsche Sprache beherrschten. Es sei nicht ersichtlich, dass die Unterstützung eines Redakteurs beim Verfassen eines Buches nur von einem Muttersprachler geleistet werden könne.

    Auch diese Entscheidung zeigt, dass Arbeitgeber bei einer Stellenausschreibung vorsichtig sein und alles vermeiden müssen, was einen Konflikt mit den Diskriminierungstatbeständen des AGG bedeuten könnte.

    LAG Hessen, Urteil vom 15.06.2015 -16 Sa 1619/14

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