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    15.08.2017

    Betrugsschaden als Werbungskosten

    Wer einem betrügerischen Grundstücksmakler Geld in der Annahme übergibt, der Makler werde damit den Kaufpreis für ein bebautes Grundstück bezahlen, kann den Verlust ggfs. als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Mai 2017 IX R 24/16 besteht nur die Voraussetzung, dass der Geschädigte bei Hingabe des Geldes zum Erwerb und zur Vermietung des Grundstücks entschlossen war.

    Im Streitfall beabsichtigte der Kläger den Erwerb eines Grundstücks. Das Gebäude wollte er teilweise vermieten. Der Kläger vertraute einem Makler den Kaufpreis an, nachdem dieser ihm versichert hatte, das Geschäft zum Abschluss zu bringen. Tatsächlich verwendete der Makler das Geld für sich.

    Steuerrechtlich sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Gebäudes bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung anteilig als Werbungskosten abziehbar. Dies erfolgt regelmäßig in Form von Abschreibungen. Anders ist es, wenn die Gegenleistung nicht erbracht wird. Kommt es nicht zur Herstellung oder zur Anschaffung des Gebäudes, können die vergeblich aufgewandten Beträge sofort in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar sein.

    Das Finanzamt und das Finanzgericht (FG) erkannten den geltend gemachten Schaden nicht als Werbungskosten des Klägers an. Sie bemängelten, dass die geleisteten Zahlungen an den Makler ohne rechtliche Grundlage erfolgten.

    Der BFH hat das Urteil des FG aufgehoben und dem Kläger Recht gegeben. Die einzige Voraussetzung für die Anerkennung vorab entstandener, vergeblicher Aufwendungen ist die Erwerbs- und Vermietungsabsicht. Daran bestanden keine Zweifel, denn der Kläger hatte das Grundstück später erworben und tatsächlich vermietet.

     

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