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    25.01.2018

    Behandlung von negativen Zinsen in Handels- und Steuerbilanz

    Durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre auf dem Finanzmarkt, kommt es mitunter zur Weitergabe negativer Zinsen von Kreditinstituten an ihre Kunden. Dadurch soll die Bank für die entstandenen Kosten der Geldaufbewahrung des Kunden entschädigt werden. Ist der Kunde  ein Unternehmer, stellt sich sowohl handels- als auch steuerrechtlich die Frage, wie diese negativen Zinsen bilanziell abzubilden sind. Denkbar ist der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung sowohl als Zinsen als auch als sonstiger betrieblicher Aufwand.

    In der Handelsbilanz ist eine Erfassung der Negativzinsen sowohl als sonstiger betrieblicher Aufwand als auch als Zinsen denkbar. Die negativen Zinsen stellen grundsätzlich keinen echten Zinsaufwand dar, da sie nicht für die Überlassung von Kapital erhoben werden. Sollte also ein Ausweis unter dem Finanzergebnis, also als Zinsen gewünscht sein, so ist darauf zu achten, dass eine Sollbuchung bei den Zinserträgen erfolgt.

    Sofern tatsächliche Zinserträge verbucht werden, kommt es zu einer Saldierung welche gegen das Saldierungsgebot des §246 Abs. 2 HGB verstoßen könnte. Dem könnte durch eine entsprechende Erläuterung im Anhang oder auch durch den Ausweis der negativen Zinsen in einer entsprechenden Vorspalte der Gewinn- und Verlustrechnung entgegengewirkt werden.

    Möchte man den möglichen Verstoß gegen das Saldierungsgebot, ist der Ausweis als sonstiger betrieblicher Aufwand alternativ möglich.

    Das Bundesministerium für Finanzen vertritt die Auffassung, dass negative Zinsen als sonstiger betrieblicher Aufwand auszuweisen sind. Die negativen Zinsen sind somit als eine Art Verwahrungsgebühr zu verstehen. Dies hat zur Folge, dass für Zwecke der Gewerbesteuer keine Hinzurechnung des negativen Zinsaufwands erfolgt, da Bankgebühren nicht den Schuldentgelten im Sinne des §8 Nr. 1 S.1 Buchst. a GewStG unterliegen.

    Durch die steuerbilanzielle Einordnung als sonstiger betrieblicher Aufwand, liegt folglich kein Zinsaufwand vor. Dies wiederum impliziert, dass der Negativzins nicht unter den Zinsbegriff des §4h EStG fällt und somit nicht der Zinsschrankenregelung unterliegt.

    Im Hinblick auf die Umsatzsteuer sieht die Finanzverwaltung in den negativen Zinsen ein Entgelt für einen Leistungsaustausch. Da es sich jedoch um eine Bankleistung handelt, ist diese Leistung nach §4 Nr. 8 Buchst. d UStG von der Umsatzsteuer befreit. Eine Option zur Steuerpflicht ist durch §9 Abs. 1 UStG gegebenenfalls möglich.

    Sollte weiterer Informationsbedarf bestehen, sprechen Sie uns gerne an.

     

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