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    02.02.2016

    Bauabzugsteuer jetzt auch bei Photovoltaik-Anlagen

    Nach § 48 Abs. 1 S. 1 EStG müssen Empfänger von Bauleistungen, die im Sinne des UStG unternehmerisch tätig sind, einen Steuerabzug von 15 % der Gegenleistung einbehalten und für Rechnung des Leistenden an das Finanzamt abführen. Unterbleiben kann der Steuerabzug, wenn der Leistende dem Leistungsempfänger eine gültige Freistellungsbescheinigung vorlegt oder die gesamte Gegenleistung im laufenden Kalenderjahr bestimme Bagatellgrenze nicht übersteigt (§ 48 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 und 2 EStG).

    Der Begriff „Bauleistungen“ umfasst gemäß § 48 Abs. 1 S. 3 EStG alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Die Installation von Photovoltaikanlagen stellte nach bisheriger Auffassung der Finanzbehörde keine Bauleistung im gesetzlichen Sinne dar. Künftig stuft die Finanzverwaltung die Installation solcher Anlagen (Photovoltaikanlagen an oder auf Gebäuden und Freilandphotovoltaikanlagen) jedoch als Bauleistungen ein, sodass diese der Bauabzugsteuer unterliegen (vgl. BayLfSt, Verfügung vom 16. September 2015, S 2272.1.1-3/8 St32). Von der Neuregelung können somit nicht nur Energiegenossenschaften, sondern z. B. auch unternehmerisch tätige Immobilieneigentümer oder Vermieter betroffen sein, wenn eine Photovoltaikanlage errichtet, instandgesetzt bzw. -gehalten, geändert oder beseitigt wird.

    Die Finanzverwaltung hat eine Übergangsregelung eingeräumt, wonach es für Fälle bis zum 31. Dezember 2015 nicht beanstandet wird, wenn ein Abzug der Bauabzugsteuer oder das Anfordern der Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG unterbleibt.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

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