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    News

    21.08.2017

    Ausbildung und Verkauf von Blindenführhunden begründet gewerbliche Tätigkeit

    Die Ausbildung und der Verkauf von Blindenführhunden führen zu gewerblichen Einkünften. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 9. Mai 2017 VIII R 11/15 entschieden. Damit unterliegen die Einkünfte ebenfalls der Gewerbesteuer.

    Die Klägerin wollte erreichen, dass die Tätigkeit als freiberuflich eingestuft wird. Sie hatte dazu auf die unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit i.S. des § 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) verwiesen.

    Im Streitfall betrieb die Klägerin eine Hundeschule und bildete jährlich drei bis fünf Hunde zu Blindenführhunden aus. Sie suchte gemeinsam mit dem sehbehinderten Menschen einen Hund aus und erwarb den Welpen auf eigene Rechnung. Nach der Ausbildung wurde der Hund von der Klägerin an den Sehbehinderten übergeben. Zusätzlich begleitete die Steuerpflichtige die Übergabephase bis zur Prüfung des Hundes durch die Krankenkasse. Nach der Prüfung veräußerte die Hundeschule den Blindenführhund an die Krankenkasse des Sehbehinderten, die den Hund als medizinisches Hilfsmittel im Sinne des Sozialhilfegesetzes anerkannte.

    Der BFH bestätigte die Vorentscheidung des Finanzgerichts. Die Klägerin war nicht freiberuflich, sondern gewerblich tätig. Der Begriff „unterrichtende“ oder „erzieherische“ Tätigkeit erfordere ein Tätigwerden gegenüber Menschen. Davon abzugrenzen ist die Dressur von Tieren. Dies gilt auch dann, wenn die Ausbildung der Tiere in einer sog. Hundeschule erfolgt.

    Auch die Betreuung des sehbehinderten Menschen während der Übergabe des Hundes ändert diese Einstufung nicht. Es handelt sich um eine der Ausbildung des Tieres untergeordnete Tätigkeit. Damit ist die Tätigkeit insgesamt gewerblich und unterliegt der Gewerbesteuer.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

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