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    News

    15.07.2016

    Aufnahme in ärztliche Gemeinschaftspraxis

    Die Aufnahme eines „Scheinpartners“ in eine Gemeinschaftspraxis führt zu einer gewerblichen Infektion der Gesellschaft. Die Folge ist eine Umqualifizierung der Einkünfte der Gemeinschaftspraxis für alle Gesellschafter in gewerbliche Einkünfte, die der Gewerbesteuer unterliegen.

    Oftmals werden neue Partner in eine Gemeinschaftspraxis aufgenommen, die in die volle Gesellschafterstellung erst nach und nach hineinwachsen sollen. Hier ist Vorsicht geboten, da der Bundesfinanzhof in den Fällen, in denen die Gesellschafterstellung sehr eingeschränkt ist, aber eigenverantwortliche Tätigkeiten für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden, die volle Gewerblichkeit der Gemeinschaftspraxis annimmt.

    In dem entschiedenen Fall war eine Ärztin in eine Gemeinschaftspraxis aufgenommen worden. Die Ärztin erhielt eine von der Gewinnsituation abhängige, allein nach dem eigenen Umsatz bemessene Vergütung und war am Vermögen sowie den stillen Reserven der Praxis nicht beteiligt. Zusätzlich war die aufgenommene Ärztin vereinbarungsgemäß von wesentlichen Bereichen der Geschäftsführung ausgeschlossen. Aus diesen Gründen wurde sie nicht als Mitunternehmerin anerkannt. Da sie aber eigenverantwortlich tätig war, führte dies nach Ansicht des Bundesfinanzhofs zu einer gewerblichen Infektion der Gesellschaft.

    Diese Problematik ist generell bei Aufnahme von neuen Gesellschaftern in freiberufliche Sozietäten zu beachten, die in die volle Gesellschafterstellung erst nach und nach hineinwachsen sollen, sich also deren Gesellschafterrechte erst allmählich aufbauen.

    Wir beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

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