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      News

      07.12.2020

      Arbeitszimmer bei Einkünften aus VuV

      Das Finanzgericht Münster hat mit Urteil vom 16.09.2020 in einem Fall entschieden, dass die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, welches nach Aussagen des Steuerpflichtigen zu rund 95 % für die Hausverwaltung und zu 5 % für sonstige Tätigkeiten genutzt werde, insgesamt nicht abzugsfähig sind.

      Der Steuerpflichtige konnte durch Bilder nachweisen, dass das Zimmer seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden war und der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten diente.

      Jedoch ging aus diesen Bildern auch hervor, dass der Raum auch – in nicht untergeordnetem Umfang – der Lagerung privater Gegenstände (Bücher, Ordner, Zeitschriften, Einrichtungsgegenstände) diente. Aufgrund der Nutzung als privater Lagerraum kann der Senat nicht feststellen, dass der Raum ausschließlich oder nahezu ausschließlich als häusliches Arbeitszimmer verwendet wurde.

      Auf das BMF Schreiben vom 6.10.2017- IV C 6 – S 2145/07/10002: 019 kann sich in diesem Fall nicht berufen werden. Hiernach soll eine untergeordnete private Mitbenutzung (< 10 %) für den Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer unschädlich sein. Das BMF Schreiben erläutert allerdings nicht, wie die Grenze von 10 % zu berechnen ist (z.B. nach der zeitlichen Nutzung, nach der Nutzung der Grundfläche oder nach der Nutzung des Raumvolumens). Hinsichtlich der Abgrenzung einer büromäßigen Nutzung von einer Nutzung als privater Lagerraum ergibt sich aus dem BMF-Schreiben zudem nicht, in welcher Weise die Flächen oder die Zeit aufzuteilen wären.

      Fazit: Für die Prägung eines Raums kommt es nicht nur auf die dort verrichteten Tätigkeiten an, sondern auf die gesamte Nutzung. Zu berücksichtigen ist also auch die Nutzung, für die es keiner laufenden Tätigkeit bedarf, hier die Nutzung als privater Lagerraum.

      Die Nichtzulassungsbeschwerde ist beim BFH unter dem Az. IX B 65/20 anhängig.

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