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    News

    08.08.2017

    Aktuelles zur Sozialversicherungspflicht von Werkstudenten

    Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben in ihrem gemeinsamen Rundschreiben vom 23. November 2016 neue Grundsätze für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten veröffentlicht. Hieraus ergeben sich einige wesentliche Veränderungen. In Bezug auf das Werkstudentenprinzip gilt für ab 1. Januar 2017 bestehende Beschäftigungsverhältnisse Folgendes: Studentenjobs, die neben einem Vollzeitstudium an Wochenenden oder in den Abend- und Nachtstunden unbefristet ausgeübt werden, waren bisher im Rahmen der Werksstudentenregelung auch dann sozialversicherungsfrei, wenn die wöchentliche Arbeitszeit während der Vorlesungszeit 20 Wochenstunden dadurch überschritt, dass die Studenten am Wochenende oder während der Nachtstunden zu vorlesungsfreien Zeiten arbeiteten; vorausgesetzt, der Student setzte seine Zeit und Arbeitskraft trotzdem überwiegend für das Studium ein. Ab dem 1. Januar 2017 gilt hier eine andere Beurteilung: Studentenjobs, die während der Vorlesungszeit an mehr als 20 Arbeitsstunden pro Woche unbefristet ausgeübt werden, sind generell nicht mehr so zu beurteilen, als stünde das Studium noch im Vordergrund. Für solche Beschäftigungen kommt das Werkstudentenprinzip daher nur noch in Betracht, wenn die Beschäftigungen entweder ihrer Eigenart nach oder vorab vertraglich befristet sind.

    Für befristete Studentenjobs gilt nach dem neuen Rundschreiben ab dem 1. Januar 2017 folgendes: Versicherungsfreiheit besteht unverändert zunächst für solche Studenten, die während der Vorlesungszeit zwar mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeiten, deren Beschäftigungsverhältnis aber von vorherein nicht auf mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage in einem Kalenderjahr befristet ist. Hierbei ist die Höhe des Arbeitsentgelts unbedeutend. In diesen Fällen beruht die Versicherungsfreiheit nicht auf dem Werkstudentenprinzip, sondern auf dem Umstand, dass es sich um eine kurzfristige Beschäftigung handelt. Bei solchen befristeten Beschäftigungsverhältnissen eines Studenten muss seit dem 1. Januar 2017 geprüft werden, ob jede einzelne Beschäftigung für sich die Voraussetzungen der Versicherungsfreiheit erfüllt. Ist dies nicht der Fall, ist zu prüfen, ob trotz der Beschäftigung das Studium im Vordergrund steht und damit Versicherungsfreiheit besteht. Gemäß der Festlegung im Rundschreiben vom 23. November 2016 steht das Studium nur dann im Vordergrund, wenn die Arbeitszeit der Beschäftigung außerhalb der Semesterferien nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich beträgt bzw. diese Grenze befristet auf maximal 26 Wochen wegen Arbeit am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden überschritten wird. Bei mehreren Beschäftigungen innerhalb eines Jahres mit mehr als 20 Stunden wöchentlich ist zur Prüfung des Erscheinungsbildes als Student außerdem zu prüfen, ob diese Beschäftigungen den Grenzwert von 26 Wochen  oder 182 Kalendertage überschritten haben.

    Für vor dem 01. Januar 2017 begonnene Anstellungsverhältnisse, bei denen die Beurteilung des Werkstudentenstatus noch nach den bis 2016 geltenden Kriterien zutreffend ausgelegt und daher von Versicherungsfreiheit ausgegangen wurde, gilt für die Dauer der Beschäftigungsverhältnisse Bestandsschutz.

     

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    StBin Birgit Graf

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